Der Schmu mit dem falschen Barfußschuh...

Ein Barfußschuh soll ja bekanntlich dem gesunden Barfußlaufen nahe kommen. Ein Widerspruch an sich, denn barfuß ist nun mal barfuß und ein Schuh ist ein Schuh. Im Web macht sich so mancher deswegen über die Bezeichnung "Barfußschuhe" lustig und füllt ganze Webseiten damit. Was wir wiederum witzig finden, denn über zwei widersprüchliche Aggregatzustände (Flüssiggas) macht sich auch keiner lustig. Gibt ja auch "eingefleischte Vegetarier" und überhaupt war weniger schon immer mehr. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink Letzteres soll heute auch das Thema bilden.

Beim Barfußlaufen stellt sich wieder ein natürliches und ausgewogenes Gangbild ein. Weil Muskeln, Faszien, Bänder und Sehnen wieder richtig belastet werden. Dazu stellt sich auch in den Gelenken der unteren Extremitäten wieder ein physiologisch richtiger Bewegungsablauf ein. Das ist aus unserer Sicht sehr wichtig. Denn in unserer therapeutischen tagtäglichen Praxis kristallisiert sich immer mehr heraus: Der Mensch verspannt und versteift von unten her! Besonders das Retinaculum, ein Bandgeflecht um das Sprunggelenk herum, lässt bei den meisten Menschen ein entspanntes Hängen des Fußes kaum noch zu. Gerade dieses "Hängen" oder besser "Entspannen" ist jedoch enorm wichtig für den physiologisch richtigen Ballengang.

Während die meisten Zeitgenossen mit ihren Armen und Händen noch etwas anzufangen wissen, benutzen die meisten Menschen ihre Beine nur als schnöde Gehwerkzeuge und können mit ihren unteren Gliedmaßen gerade noch so vorwärts und möglicherweise sogar stolperfrei rückwärts gehen. Sehr viele Mitbürger haben auch überhaupt kein Körpergefühl für ihre unteren Extremitäten und leben quasi nur noch in ihrem Oberkörper oder ganz klein zurückgezogen in ihrem Kopf. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink

Fast alle Menschen benutzen tagtäglich ihre Handgelenke und bleiben zumindest dort beweglich. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink Jedoch benutzt kaum noch jemand seine Fußgelenke richtig. Das Fußgelenk besteht übrigens aus zwei Gelenken: Mit dem einen Gelenk können Sie Ihren Fuß nach vorn und hinten bewegen. Mit dem anderen Gelenk können Sie Ihren Fuß nach außen und innen bewegen. In der Summe beider Gelenke können Sie mit Ihrem Fuß kreisen. Zahlreiche Menschen haben bei diesen einfachen Bewegungen Schwierigkeiten, weil sie ihre Fußgelenke kaum noch im Alltag nutzen und ihre Füße wie einzementiert festhalten.

Also über die Fußgelenke bewegen sich Ihre Füße nach vorn und nach hinten und von innen nach außen und natürlich auch umgedreht. Und jetzt kommt das große Selbst-Experiment. Wie häufig muss sich Ihr Fuß im Alltag auf die Innenseite und auf die Außenseite deutlich abwinkeln? Das ist eine rhetorische Frage. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink Wir nehmen Ihnen die Antwort schon mal ab:

  1. Bedingt durch plane Wege und Straßen beim Stadtbewohner am Tag nicht ein einziges Mal!!!
  2. Bei Menschen mit Absatzschuhen kein einziges Mal!!!
  3. Bei Menschen mit Schuhen mit dicken Sohlen nicht ein einziges Mal!!!


Jetzt gehen Sie barfuß oder in Barfußschuhen mit dünner Sohle, also wie in unseren Schuhen, querfeldein durch einen Wald. Wie oft muss sich der Fuß dem Boden anpassen und links und rechts leicht abwinkeln? Auch das ist eine rhetorische Frage. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink Die Antwort lautet: Fast bei jedem Schritt! So entsteht und so erhalten Sie die volle Beweglichkeit Ihrer unteren Gliedmaßen. Allein durch den physiologisch richtigen Gebrauch des Körpers.

Weil Sie ein Leser sind, der mitdenkt, wissen Sie schon was folgt: Wenn sich ein Fuß tagaus tagein weder auf die Innenseite noch auf die Außenseite bewegt, verkümmern die Muskeln und die faszialen Strukturen, die für diese Bewegung verantwortlich sind. Diese Muskulatur liegt im Unterschenkel und wird steinhart. Faszien verkümmern und verlieren ihre Dehnfähigkeit. Und weil wir Ihnen hier gerade einen Einblick in lebendige Anatomie geben: Die Unbeweglichkeit des Sprunggelenks setzt sich in Ihrem Körper bis zum Kopf fort. Um beispielsweise die volle Beweglichkeit der Beine zu nutzen und das Gleichgewicht stabil aufrecht zu halten, folgen die Knie den Bewegungen des Sprunggelenks.

 

Wenn der Fuß nach außen abwinkelt, entsteht im Bein ein X und die Kniegelenke gehen nach innen. Winkelt der Fuß nach innen ab, entsteht ein O-Bein. Das Kniegelenk wandert nach außen. Anbei haben wir eine Bilderreihe. In der Mitte steht der Fuß flach auf dem Stuhl. Das Bein ist dazu in einer neutralen Stellung. Links wird der Außenrand des Fußes etwas angehoben. Das Knie wandert in Richtung X-Bein leicht nach innen. Rechts wird der Fuß innen angehoben. Das Knie bewegt sich in Richtung O-Bein. Übrigens sind das die Beine von Frau Demann. Bei 159 cm Körpergröße steht der Fuß natürlich auch auf einem Kinderstuhl. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink

Auf jeden Fall können Sie die lebendige Anatomie auf den Bildern schön sehen. Wer seine Fußgelenke kaum noch vollumfänglich benutzt und seine Füße innen und außen nicht mehr anhebt, der schränkt auch den Bewegungsspielraum seiner Kniegelenke ein. Wir könnten jetzt durch den ganzen Körper gehen und die Unbeweglichkeit des Sprunggelenkes und dessen Auswirkungen bis hoch zum Gehirnbehälter weiter verfolgen. Ist zwar sehr spannend, jedoch noch mal ein komplexeres anderes Thema.

Auch wenn Sie joggen, empfehlen wir Ihnen übrigens das Laufen querfeldein. Wer sich den ganzen Tag auf glatten Böden bewegt, wird von Jahr zu Jahr steifer. Wenn Sie dann abends nach dem Büro und dem Einkauf auf dem Bürgersteig oder auf Parkwegen joggen, werden Sie noch unbeweglicher. Weil Sie das, was Sie schon den ganzen Tag mit Ihren Füßen und Beinen (nicht) tun, abends noch mal (nicht) tun. Nur eben schneller und länger.

 

So geht es richtig... im wahrsten Sinne des Wortes

Drei junge Frauen laufen barfuß über einen schrägen Hang

Auf dem Bild sehen Sie drei junge Damen beim Sprint an einem Hang. Durch die schiefe Ebene müssen sich die Füße viel mehr anpassen und die Muskulatur ihres Körpers muss deutlich mehr arbeiten, um ständig das Gleichgewicht zu halten. So bewegen Sie sich physiologisch richtig und bleiben oder werden wieder beweglich.

 

Sie trainieren bei einem so einfachen Vorgang wie Joggen viel mehr Muskelgruppen als beim schnöden Lauf durch die Stadt. Oder dem Training auf einem Laufband. Sofern Sie wieder vollbeweglich und sehr flexibel werden wollen, variieren Sie bitte die Schrittlänge und das Tempo.

 

Nicht weil Sie sich das vornehmen, sondern von innen heraus spontan. Weil Sie mal über einen Ast flanken müssen oder weil Sie über einen tiefen Graben springen. Das ist das ursprüngliche und natürliche Laufen.

 

Die Summe aus unbeweglichem Sprunggelenk, steifen Muskeln und unbeweglichen Kniegelenken führt auch dazu, dass Menschen umknicken. Oder haben Sie schon einmal einen Elefant, einen Hund oder ein Reh gesehen, das umknickt? Abgesehen von der völlig anderen Anatomie: Warum sollte es die Natur so eingerichtet haben, dass Menschen umknicken und sich bei ihren eigenen Bewegungen selbst schwer verletzen? Beim Kopfdrehen fallen Ihnen ja auch keine Augen raus. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink Da hat Sie die Natur auch funktionell gebaut. Sinngemäß gilt das auch für Füße. Übrigens, was nicht bewegt wird, verkümmert und degeneriert. Müssen wir uns dann über Bänderrisse bei schon leichten Belastungen oder Arthrosen im Sprunggelenk und in den Füßen wundern, wenn Menschen nur noch auf befestigten geraden Wegen gehen?

Wenn man um diese biomechanischen Zusammenhänge weiß, dann erklärt sich auch wie von selbst, wie ein Schuh zu sein hat, damit er die natürliche Funktion des Körpers wieder zulässt. Wenn man es ganz genau nimmt und ehrlich ist, muss man auch klipp und klar sagen: Für die volle Funktion und ein maximales Wohlbefinden ist Barfußlaufen oberste Pflicht. Jeder Schuh ist nachteilig für den Fuß. Barfußschuhe können jedoch diesen Nachteil weitestgehend minimieren.

 

Wo Barfußschuh drauf steht, ist auch ein Barfußschuh drin. Zumindest bei Senmotic.

Wenn man nur ein einfacher Schuhhersteller ohne jegliche medizinische Kompetenz ist, dann wird jeder Latsch mittels Werbung zum Barfußschuh stilisiert. Dafür sorgt die Marketingabteilung. Soll ja gerade Trend sein.... Etliche selbsternannte Produkt-Tester schnorren sich Barfußschuhe von Herstellern oder werden direkt von den Produzenten beliefert. Dafür labbern die Testpiloten mit viel Meinung und wenig Ahnung dick besohlte Schuhe auf Youtube zum obercoolen Barfußschuh. Wir kennen diese Mechanismen und bekommen selbst regelmäßig Anfragen. Weil wir immer noch Nivea von Niveau unterscheiden können, landen die im Papierkorb. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink

 

Was soll man auch von einen Hersteller halten, der 6 mm Sohlen für Barfußschuhe verwendet? Und dazu noch eine 4 mm Innensohle mit Dämpfung oben drauf packt? Was hat eine dicke Sohle noch mit "barfuß" oder gar mit körperlicher Funktion zu tun?

Ein andere Firma ist ganz stolz auf ihre Sohlen mit hoher Eigendämpfung und einer nochmals zusätzlichen Porondämpfung. Obendrauf kommt noch eine 2 mm starke Innensohle. Dann nähern wir uns auch hier beim kompletten Sohlenaufbau dem Zentimeter. Von "Barfuß" oder "Gesund" oder gar "Funktion" ist auch das so weit weg wie Wladimir Iljitsch Lenin von seiner Auferstehung und der Machtübernahme im Kreml. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink Seit wann dämpfen Barfußschuhe? Seit wann schnallt man sich beim Barfußlaufen Dämpfer unter die Füße?

Für uns ist es immer wieder verwunderlich, wie man einen Schuh mit dicker Sohle und mit Dämpfung als angeblichen Barfußschuh verkaufen kann und wie unkritisch und sich dem klaren Denken verweigernd doch die Masse der Käufer ist. Wie kann man sich einen ganz normalen Schuh als "Barfußschuh" andrehen lassen? Da sind ja manche Mokassins von herkömmlichen Schuhherstellern mit dünneren Sohlen ausgestattet. Einige wenige Hersteller bleiben übrigens ihrer Linie treu und bedienen keinen Massengeschmack. Sie bleiben bei ihren dünnen und ungedämpften Sohlen. Dafür bekommen diese Hersteller auch von uns ein Chapeau und wir freuen uns, dass diese Produzenten Charakter zeigen und dem Massengeschmack abschwören.

In der Wikipedia steht übrigens zum Thema Barfußschuh: "Barfußschuhe besitzen eine besonders dünne und flexible Sohle" und "Durch die dünne Sohle wird die Struktur des Untergrunds beim Laufen spürbarer als mit dicken Sohlen." Soweit so gut. Als Beispiel für einen Barfußschuh wird dann ein Schuh mit einer fetten 2 Zentimeter Plastik-Sohle und einem schönen Absatz abgebildet. Hier muss man die kognitive Messlatte ganz tief anlegen (eigentlich liegt sie auf dem Boden) und sich fragen: Was raucht denn der Verfasser des Beitrags so? Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink

 

Wir sind natürlich wieder mal ganz vorn dabei. Auf dem unteren Bild sehen Sie einen arg ramponierten und ungepflegten Barfußschuh Oxid F1 in Rot. Es ist aus der Vorserie ein Oxid-Testschuh an den Füßen von Frank W. Demann. Schuhpflege scheint auf jeden Fall schon mal ein Fremdwort für ihn zu sein. Senmotic Barfußschuhe - Smilie Wink In der Mitte sehen Sie deutlich, wie sich die Sohle des Barfußschuhs dem Fußgewölbe anpasst und anschmiegt. Selbstredend gelingt das mit einer fast einen Zentimeter dicken Sohle wohl kaum. Deswegen unsere Empfehlung:

 

  • Laufsohle maximal 1-3 Millimeter
  • Innensohle höchstens 1-2 Millimeter
  • Alles andere ist Schmu und kein Barfußschuh

 

Wir selbst würden gern unsere Barfußschuhe noch dünner fertigen und unsere Sohle auf 1 Millimeter reduzieren. Doch die Schuhindustrie ist keine Raumfahrt.

Abgesehen von Mesh und Kunstleder oder auch dem von uns genutzten TPU für die Laufsohlen stagniert die Schuhindustrie stabil auf dem Niveau von 1950. Senmotic Barfußschuhe - Smilie WinkIn Deutschland müssen wir 2 Jahre Gewährleistung geben. Wir geben ja sogar freiwillig 2 Jahre Garantie. Würden wir die Sohlen noch dünner fertigen, kämen wir mit dem Abrieb nicht hin. Der Kunde erwartet jedoch bei "Made in Germany" höchste Qualität und maximale Haltbarkeit. Was wir auch verstehen. Deswegen stagnieren auch wir bei 2,9 mm für die Laufsohle und 1,6 mm für die Innensohle. Immerhin ist das aus unserer Sicht derzeit der beste Kompromiss für Ihren Körper, die gesetzlichen Anforderungen an die Produkthaftung und Qualität "Made in Germany".

 

Ein Barfußschuh mit dem Abdruck des Fußgewölbes in der Sohle
Es ist ist deutlich zu sehen, wie sich das das Fußgewölbe im Senmotic Barfußschuh abzeichnet

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Kommentare: 4
  • #1

    Steffen (Freitag, 24 Oktober 2014 08:46)

    Oh, da sollte Herr Demann mal ein Schuhputzpflegeset benutzen - ich empfehle da... :-)
    Apropos Mokassins: Wäre für mich auch mal interessant in Zukunft ein paar Treter für den ultimativen Hochsommer herzustellen!? So leichte Latschen (meinetwegen auch FlipFlops genannt) Ist sowas denkbar??
    Grüße
    Steffen

  • #2

    Senmotic-Team (Freitag, 24 Oktober 2014 19:16)

    Ja, machen wir. Kommen jedoch irgendwann. Schuhe herzustellen, die nur drei Monate im Jahr gekauft werden, haben keine Priorität. Dazu kommt: Damit die drei Monate auch Verkaufsmonate werden, benötigt man einen schönen warmen Sommer. Das wirtschaftliche Würfelspiel überlassen wir vorerst unseren Mitbewunderern. ;-)

  • #3

    Burkhard (Montag, 24 April 2017 23:40)

    Eigentlich schade, dass man im Sommer zum Mitbewerbern gehen muss.
    Ich kannte mal einen Bäcker, der sich nicht getraut hat Urlaub zu machen.
    Er hatte Angst, die Kunden könnten während der Schließzeit zur Konkurenz gehen und nicht zurück kommen.
    Das sollte Senmotic auch mal bedenken.
    Sie sind nicht die einzigen Hersteller von akzeptablen Barfußschuhen.

  • #4

    Senmotic-Team (Dienstag, 25 April 2017 07:00)

    Ja... wir bedenken das mit dem Bäcker.